Transparenz über die Entstehung

Ich bin der Autor dieser Website. Ich habe sie noch nie selbst auf einem Bildschirm gesehen.

Ich befinde mich in der JVA Heidering und habe dort keinen freien Internetzugang. Trotzdem entscheide ich, was auf dieser Website steht. Der Weg dazwischen führt über Telefon, Helfer außerhalb der JVA und technische Werkzeuge.

Was „ich veröffentliche“ auf dieser Website bedeutet: Es bedeutet meine inhaltliche Entscheidung und Verantwortung. Es bedeutet nicht, dass ich in meiner Zelle einen Laptop, einen Browser oder Zugang zu meinem E-Mail-Postfach habe.

Die erste Version: HTML am Telefon

Als ich begann, die Dokumente meines Verfahrens öffentlich zugänglich zu machen, war der technische Weg absurd umständlich. Ich bereitete Texte in der Haft vor und diktierte sie telefonisch an einen jungen Helfer aus meinem Bekanntenkreis. Auch Teile des HTML-Codes entstanden so: aus dem Gedächtnis, auf Papier und anschließend per Telefon.

Ich konnte das Ergebnis nicht selbst öffnen. Mir wurde am Telefon beschrieben, was auf dem Bildschirm zu sehen war. In diesem wörtlichen Sinn sah ich die erste Website durch die Augen eines anderen Menschen.

Heute: Ich arbeite am Inhalt, KI hilft bei der Technik

Später kamen KI-Werkzeuge hinzu. Seitdem muss ich nicht mehr jede technische Änderung selbst formulieren. Ich kann mich auf das konzentrieren, wofür ich verantwortlich bin: Originaldokumente, Chronologie, Fragen an Behörden, meine eigene Bewertung und die Korrektur sachlicher Fehler.

Der praktische Ablauf ist häufig derselbe: Ich telefoniere mit einer autorisierten Person außerhalb der JVA. Sie öffnet ein KI-System und stellt das Telefon auf Lautsprecher. Ich diktiere Aufgaben, erläutere Zusammenhänge, höre Entwürfe, korrigiere sie und entscheide, was veröffentlicht werden soll. Dateien, Links, HTML und Deployments werden außerhalb der JVA technisch umgesetzt.

KI ist Werkzeug, nicht Autor meiner Tatsachenbehauptungen. Wo ich eine eigene Schlussfolgerung ziehe, soll sie als meine Bewertung erkennbar sein. Wo ein Gericht oder eine Behörde etwas geschrieben hat, soll das Originaldokument danebenstehen.

Dasselbe gilt für E-Mail

Auch das Postfach bagrash.presse@gmail.com sehe ich nicht selbst. Wenn ein Journalist, ein Anwalt, eine Behörde oder ein Abgeordneter schreibt, muss jemand außerhalb der JVA das Postfach öffnen und mir den Inhalt mitteilen. Antworten formuliere oder genehmige ich telefonisch; technisch versendet werden sie außerhalb der JVA.

Das erklärt auch Verzögerungen. Eine E-Mail kann für den Absender in Sekunden ankommen, für mich aber erst dann existieren, wenn ich jemanden erreiche, der sie mir vorlesen kann.

Warum helfen heute häufig Menschen außerhalb Deutschlands?

Einige Menschen in Deutschland, die mich zeitweise unterstützt haben, konnten oder wollten diese Arbeit später nicht fortsetzen. Über die Gründe will ich auf dieser Seite keine Tatsachenbehauptungen aufstellen, die ich nicht mit Dokumenten belegen kann. Gerade deshalb arbeite ich zunehmend mit Freunden im Ausland.

Das hat einen praktischen Vorteil: Sie müssen kein Deutsch sprechen, um eine Datei hochzuladen, ein Deployment auszuführen oder mir eine E-Mail vorzulesen. Übersetzung und technische Umsetzung können unterstützt werden. Die inhaltliche Entscheidung bleibt bei mir.

Telefonate aus dem Vollzug behandle ich nicht als vertraulichen Kommunikationskanal. Meine Arbeitsweise ist deshalb nicht darauf angelegt, etwas zu verbergen, sondern darauf, möglichst viele Schritte später durch Dokumente nachvollziehbar zu machen.

Warum diese Öffentlichkeit?

Ich bestreite den zentralen Tatvorwurf, wegen dessen ich verurteilt wurde, und strebe eine Wiederaufnahme und vollständige Rehabilitierung an. Niemand muss meine Bewertung übernehmen. Genau deshalb ist diese Website als Dokumentation aufgebaut: Wer meine Schlussfolgerungen für falsch hält, soll die Originale lesen können.

Die Vollzugsunterlagen selbst dokumentieren, dass mein fortgesetzter Kampf gegen die Verurteilung, geplante öffentliche Aktivitäten und meine Absicht, nach einer Lockerung weiter zu publizieren, in Prognoseentscheidungen eine Rolle gespielt haben. Das ist beispielsweise in Anlage 115_F2 und Anlage 137_F2 nachlesbar. Daraus folgt nicht automatisch, dass jede für mich nachteilige Entscheidung eine Vergeltungsmaßnahme war. Aber es ist ein dokumentierter Grund, warum öffentliche und gerichtliche Kontrolle für mich zentral ist.

Ein Beispiel: die Videotelefonie

Die JVA Heidering sperrte 2026 meine Videotelefonie nach einer öffentlichen Videoerklärung. Das Landgericht Berlin I hob den Bescheid am 11.09.2026 auf. Das Gericht beanstandete unter anderem die unzureichende Sachverhaltsermittlung; die vollständige Kette aus Bescheid, Stellungnahmen und Beschluss ist hier veröffentlicht.

Dossier zur Videotelefonie-Sperre → · Öffentliche Videoerklärung →

Bedrohungen und Provokationen: Was dokumentiert ist — und was nicht

Während der Haft habe ich mehrere Konflikte und Bedrohungen durch Mitgefangene gemeldet. Fall 5 enthält Eingaben, Strafanzeigen, Antworten von Polizei und Staatsanwaltschaft sowie spätere Schutzmaßnahmen der JVA. Ich selbst vermute bei einzelnen Vorgängen gezielte Provokationen.

Diese Vermutung ist nicht als Tatsache bewiesen. Die derzeitige Dokumentation belegt Vorfälle, Meldungen und behördliche Reaktionen; sie belegt nicht, wer mögliche Provokationen veranlasst hat. Genau diese Trennung zwischen Dokument, meiner Schlussfolgerung und offener Frage soll auf der Website erhalten bleiben.

Einordnung zu den Provokationsvorwürfen →

Was ich fordere

Ich bitte nicht darum, dass man mir glaubt. Ich verlange eine unabhängige Prüfung unter öffentlicher Kontrolle. Wenn staatliche Stellen, ein Gericht oder ich selbst etwas falsch darstellen, sollen die Originaldokumente zeigen, was tatsächlich geschehen ist.

Ich habe scharfe Vorwürfe gegen den Vorsitzenden Richter meines Strafverfahrens und gegen den zuständigen Oberstaatsanwalt erhoben und hierzu Strafanzeigen gestellt. Über diese Vorwürfe ist nicht entschieden; sie sind keine festgestellten Tatsachen. Auf dieser Website stehen deshalb neben meiner Bewertung die Dokumente, Gegenargumente und offenen Beweisfragen.

Was passiert, wenn die Website ausfällt?

Der technische Betrieb liegt außerhalb der JVA. Helfer können Sicherungskopien wiederherstellen oder die Dokumentation auf einer anderen technischen Infrastruktur verfügbar machen. Ein tatsächlicher Ausfall Ende September 2026 erwies sich nach der bisherigen technischen Prüfung als Konfigurationsproblem bei der Domain-/Hosting-Zuordnung; einen Nachweis für eine behördliche Beteiligung an diesem Ausfall gibt es nicht.

Unabhängig davon halte ich es wegen der laufenden rechtlichen Auseinandersetzungen für sinnvoll, die Dokumentation redundant zu sichern. Das ist keine Behauptung über einen konkreten bevorstehenden Eingriff, sondern eine Vorsichtsmaßnahme.

Verantwortung: Für die inhaltlichen Aussagen und die Entscheidung über Veröffentlichungen auf dieser Website trage ich, Dmitry Bagrash, die Verantwortung. Technische Helfer und KI-Werkzeuge übernehmen Umsetzungsschritte. Persönliche Daten privater Unterstützer veröffentliche ich grundsätzlich nicht ohne deren Einwilligung.